England 2000

Immer naß und nebelig in England?

Eine Motorradtour durch Südengland

von Detlef Heidemann.

Vom 22.9 bis zum 30.9 besuchte ich die Insel. Einen kleinen Abstecher unternahm ich nach Hochheim bei Frankfurt um einen langjährigen Freund zu besuchen.

 

Zuerst möchte ich einen groben Überblick über die Strecke geben. Von Hochheim ging es auf der B 42 (ganz am Rhein entlang) bis nach St. Goar, wo die Rheinüberquerung anstand. Über Landstraßen ging es weiter bis an der Mosel und ganz an derselben entlang bis nach Cochem. Hier nahm ich die B 259 bis zum Nürburgring. Nach einer Pause ging es über Blankenheim, Monschau, Eupen Brüssel und Gent bis nach Ostende weiter und mit der Schnellfähre rüber nach Dover. In England fuhr ich die kleinen Küstenstraßen über Falkstone, Newhaven,Hastings, Brigthon, Porthmouth, Southamthon, Exmouth,Darthmouth bis nach Playmouth und durchs Darthmoor ging es bis nach Crediton ( Exeter) um Bekannte zu besuchen. Von hier aus „brauste“ ich bis nach London (Hemdon) um das RAF-Museum (Flugzeugmuseum) zu besuchen. Von hier ging es über Dover, Calais, Gent, Einthofen, Venlo und Duisburg nach Haus.

Die eigentliche Tour begann am 24.9. um 7 Uhr. Bei Sonnenschein schwang ich mich auf meine vollbepackte Kawa Z 550 F und fuhr als erstes die A66 Richtung Wiesbaden.

Diese Autobahn mündet auf die B 42, die ganz am rechten Rheinufer entlang führt. Es lohnt sich wirklich am Rhein entlang zu fahren. Es gibt eine interessante Landschaft mit Bergen und den Flußverlauf. Mit der Fähre überquerte ich den Rhein bei der Loreley und kam in St. Goar an. 

Hier nahm ich die L 213 und fuhr durch eine hügelige Landschaft mit kurvigem Straßenverlauf bis nach Brodenbach (über Emmelshausen, Beulich L206) an der Mosel. Hier hatte ich Pech. Als ich ankam lag die Mosel im Nebel und ich konnte nicht den hoffentlich schönen Ausblick auf die Mosel genießen. Der Nebel war sogar so schlimm, daß sich mein Visier von außen beschlug und ich kaum etwas sehen konnte. Natürlich wurden auch meine Klamotten naß so das ich froh war in Cochem anzukommen. Hier fuhr ich die B 259 Richtung Nürburgring entlang. Es ging bergauf und das Wetter wurde wieder sonnig. Ich möchte noch ein Erlebnis erwähnen. Als ich die Serpentinen unter die Räder nahm schaute ich einmal in ein Tal und ich sah lauter Nebel. Das besondere war, das eine Burg oder Schloß aus dem Nebel herausragte. Es sah aus, als wenn das Gebäude auf Wolken schwebt. Über die B 257 ging es dann bis zum Nürburgring. Ich freute mich schon auf eine Runde auf der Nordschleife, aber leider war da ein Volkslauf und ich mußte meine Runde vergessen. Also unternahm ich den geplanten Besuch in das Rennmuseum. Eintrittskosten von 19,50 DM bezahlte ich und mit voller Vorfreude auf die alten Rennmaschinen hinein ins Museum. Aber ich bin enttäuscht worden. Die Ausstellungstücke waren nicht sehr zahlreich und die BMW Halle war wegen Filmarbeiten geschlossen. Vor einigen Jahren war ich schon mal da, wobei mir es sehr gut gefallen hatte. Damals waren sehr viele Motorräder und Autos ausgestellt. Heute hat man zwar eine zusätzliche Halle, wo man spielen kann. Aber ich fand es nicht sehr gut. OK für Kinder aber nicht für Erwachsene. Die BMW Halle muß ich natürlich ausklammern. Nach diesem enttäuschenden Besuch ging es weiter über die B258 über Blankenheim nach Monschau. Auf dieser Strecke gibt es nichts außergewöhnliches zu berichten. Von Monschau ging es nach Eupen (Belgien) und hier auf die Autobahn E40 Richtung Brüssel bis nach Ostende. Hier nahm ich die Schnellfähre (Seacat) von der Fährgesellschaft Hoverspeed. Nach 2 Stunden erreichte ich dann Dover und übernachtete auf einen Zeltplatz an der B281 Richtung Deal.

Am anderen Tag fuhr ich die Küstenstraßen entlang. Hier fiel mir die sehr hügelige Landschaft auf. Es ging eigentlich nur hoch und runter, des öfteren mit 15-18 % Steigung bzw. Gefälle. Die Straßen sind auch sehr schmal und sehr kurvenreich. Ich fuhr durch Folkstone, , Hastings, Newhaven, Brigthon bis nach Porthsmouth. Hier kam ich gegen 15 Uhr an. Leider fing es gegen 14 Uhr an zu regnen. Als ich in Porthsmouth ankam war ich klitschnaß und suchte eine Bed & Breakfast Übernachtungsmöglichkeit. Leider konnte ich keine finden und landete doch auf einen Zeltplatz. Ich mußte mein Zelt in Regen aufbauen, was sehr „angenehm“ war. Also: Die nassen Klamotten im Zelt verstaut und ab ging es zur Besichtigung des Flaggschiffes von Nelson, die Victory. Leider war es schon zu spät um dieses Dreimastschiff zu besichtigen. Also fuhr ich im Regen zum Zeltplatz zurück und genehmigte mir ein paar Bier in dem Zeltplatzpub. Diese Nacht werde ich nie vergessen. Durch die nassen Klamotten hatte ich eine hohe Luftfeuchtigkeit im Zelt. Deshalb wurde meine Luftmatratze, Schlafsack und Decke naß. Glücklicherweise hörte es in der Nacht auf zu regnen und ich konnte meine Sachen zum trocknen übers Motorrad hängen. Am anderen morgen waren sie auch wieder so einigermaßen trocken. Nach einem Kaffee und dem Packen ging es weiter über die A27 Richtung Southampton. Leider konnte ich nicht an die Küste fahren und somit gelangte ich erst wieder in Weymouth an die Küste. 

Hier machte ich eine Pause und trocknete meine Klamotten weiter. Es schien nämlich die Sonne. Von hier ging es weiter die Küstenstraße entlang nach Crediton. Die Orte Abbotsbury, Lyme Regis, Exmouth und Exeter lagen auf den Weg. In Crediton besuchte ich meine Bekannten. Am anderen Tag ging es wieder über Exeter nach Dawlish, fuhr weiter über Teignmouth, Torquay und Peignton nach Darthmouth. Hier überquerte ich die Bucht mit einer kleinen Fähre. Sie ist sehr idyllisch und ist eine Fähre wo der Antrieb ein eigenes Schiff ist, ungefähr so wie unsere Schleppschiffe auf dem Rhein. Hier wurde die Landschaft noch hügeliger und ich fuhr weiter die Küstenstraße entlang bis nach Playmouth. 

 Hier machte ich mal wieder Pause, leider nicht so lange wie geplant. It was raining. Deshalb schoß ich nur ein paar Photos und fuhr weiter. Ich nahm die B 386 nach Yelverton und fuhr nach Princetown, wo ein berühmtes Gefängnis für Schwerverbrecher ist. Dieses Gefängnis liegt mitten im Darthmoor. 

Es war schon ein wenig gruselig. Leichte Nebelschwaden waren immer zu sehen, so das ich mir gut die Dreharbeiten zu einen Edgar Wallis Film vorstellen konnte. Soweit ich informiert bin, wurden die Filme hier gedreht. Weiter ging es über Towbrigde zurück nach Crediton, wo ich mal wieder klitschnaß ankam. Aber diesmal hatte ich eine warme Dusche und ein warmes Bett. Nach Versorgung meiner Sachen fuhren die Bekannten und ich in einem Pub, wo wir ausgiebig aßen und noch einige schöne Stunden verbrachten. Erwähnenswert ist hier, die Qualität des Essens. Ich bestellte ein Rindersteak mit Chips und Gemüse, wobei das Steak ca. 400g Gewicht besaß. Das ganze nur für 11 Pfund (ca.35 DM). Es ist noch zu sagen, das es in den Pubs nur bis 22 Uhr Bier gibt und man bestellt immer an der Theke (Essen und Getränke). Die Bezahlung erfolgt auch an der Theke. Wieder zu Hause (Crediton) angekommen sahen wir erst einmal den Wetterbericht und er verhieß nichts gutes. Ein schweres Tief kam von Irland rüber nach England.  

Drum fuhr ich am anderen morgen den kürzesten Weg nach London, über die B303 bis zur M3. Kurz vor der M3 gab es ein Schauer und ich befürchtete schon wieder naß zu werden. Aber der Regen hörte auf und ich kam glücklich in Hemdon an. Ich mußte ein wenig suchen um das RAF-Museum zu finden, aber schließlich fand ich es und besichtigte es natürlich.

Der Eintritt mit 7 Pfund ist nicht zu teuer. In einer Halle waren Flugzeuge ausgestellt, die an der Luftschlacht um England teilnahmen. Es waren Spitfires, Me 109, Stuka Ju 88 und die V1 zu sehen. In einer anderen Halle waren Flugzeuge des 1. Weltkrieges, Bomber des 2. Weltkriegs (u. a. Lancaster, Blendheim, Halifax) und modernere Maschinen (Harrier, Phantom) ausgestellt. Was ich besonders gut fand ist, das es eine Erlebniswelt des Fliegen gibt. Hier können Kinder alles rund ums Fliegen ausprobieren.

Da es mittlerweile schönes Wetter war fuhr ich über die Temsebrücke (gebührenpflichtig) nach Dover. Hier ging es mit dem Hovercraft nach Calais und über die Autobahn nach Ostende. Weiter über Gent Einhoven Venlo und Duisburg nach Hause. Ich kam morgens um ca. 2 Uhr an.

 

Fazit:      Die Tour war sehr schön. Meine Kawa ließ mich nicht im Stich. Nur das Wetter hätte ein wenig besser sein können, wobei es im nachhinein auch schlechter hätte sein können. Sehr gut gefiel mir auch die Landschaft. Mit so vielen Hügel und teilweise auch Berge hatte ich doch nicht gerechnet. Die Fahrweise der Engländer war in den Städten sehr rücksichtsvoll und höflich. Nur auf den größeren Autostraßen fahren manche sehr schnell und überholen auch schon mal in der 3 Reihe, wobei man sagen muß, daß die Straßen doch breiter als unsere Bundesstraßen sind. Man kann nicht in einem Bericht beschreiben wie schön die englische Landschaft ist. Man muß es einfach erlebt haben. Nur schade das die Preise sehr hoch sind. Beispielsweise ein Liter Benzin kosten so um die 85 Cent (2,81) und wer Raucher ist sollte sich das Rauchen für die Zeit abgewöhnen. Schachtel Zigaretten kostet ca. 12 DM (Aussage von meinen Bekannten).

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